Alter Druck Gnadenmadonna

Privatperson
Detailinformationen
- MotiveAndere Motive
- ZustandGebraucht
- ÜbergabeSelbstabholung, Versand
Beschreibung
1850-1900
Das Foto Nr 1 ist generiert und kann daher in Größe und Art etwas abweichen. Beachten Sie vor allem die weiteren Fotos.
Das vorliegende Objekt ist eine interessante sakrale Antiquität des 19. Jahrhunderts, die den Übergang von der handgemalten Ikone zur hochwertigen Reproduktionstechnik der industriellen Revolution markiert. Hier ist die detaillierte Beschreibung auf gutachterlichem Niveau unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse zur Technik:
Ikonografie der „Muttergottes von der immerwährenden Hilfe“ – Antike Lithografie auf Leinwand, 19. Jahrhundert, nach dem byzantinischen Typus der Amolyntos
Detaillierte Objektidentifikation und technische Spezifikationen
Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um eine großformatige Farblithografie auf Leinwand (auf Keilrahmen gespannt), die eine hochemotionale Interpretation der „Muttergottes von der immerwährenden Hilfe“ darstellt.
Technik und Medium: Es handelt sich um eine Lithografie (Steindruck), die direkt auf einen textilen Träger (Leinwand) aufgebracht wurde. Diese Technik war im späten 19. Jahrhundert weit verbreitet, um die Ästhetik eines Ölgemäldes für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen, ohne auf die haptische Qualität der Leinwand zu verzichten.
Ikonografischer Ursprung: Das Motiv basiert auf der kretisch-byzantinischen Ikone des 14./15. Jahrhunderts. Während das Original streng zweidimensional ist, zeigt diese Lithografie eine deutliche abendländische Transformation: Die starren Linien sind einer weicheren, nazarenischen Formsprache gewichen.
Maße und Beschaffenheit: Die Maße betragen schätzungsweise 60 × 80 cm. Die Leinwand zeigt eine zeittypische, eher feine Webstruktur. Der Druck wurde vermutlich mit einer abschließenden Firnisschicht überzogen, um den Glanz einer Ölmalerei zu imitieren.
Analyse der künstlerischen Darstellung (Die „Regina Coeli“)
Die Darstellung ist deshalb von kulturhistorischem Wert, weil sie die Sakralität der Ikone mit dem bürgerlichen Realismus des 19. Jahrhunderts verbindet:
Die Gottesmutter (Maria): Maria ist als Himmelskönigin mit einer prachtvollen, juwelenbesetzten Bügelkrone dargestellt. Ihr Blick ist melancholisch geneigt. Die Feinheit der Gesichtszüge im Druckverfahren zeugt von der hohen Qualität der verwendeten Steinplatten.
Das Jesuskind: Das Kind ruht auf dem linken Arm der Mutter. Es trägt ebenfalls eine Krone, was seinen Status als Weltenherrscher unterstreicht. In der Lithografie wird die Zärtlichkeit der Szene durch weiche Farbübergänge (Chiaroscuro-Effekte) betont.
Gewandung und Symbolik: Maria trägt ein grün-blaues Untergewand und einen roten Mantel. Die Goldborten und Verzierungen am Halsausschnitt sind lithografisch fein ausgearbeitet und imitieren die Goldstickereien der Originale.
Ikonografie und grafische Gestaltung des Bildaufbaus
Das visuelle Design nutzt die Möglichkeiten der Mehrfarblithografie, um Tiefe und Plastizität zu erzeugen:
Zentralmotiv: Die Pyramidalaufstellung der Figuren sorgt für Stabilität. Der dunkle Hintergrund lässt die Inkarnate (Hautpartien) besonders hell und strahlend hervortreten, was den überirdischen Charakter der Personen betont.
Ornamentik: Die Kronen sind mit hohem Detailgrad gedruckt. Die Darstellung von Edelsteinen dient als theologischer Hinweis auf die Kostbarkeit der göttlichen Gnade. Die Umsetzung dieser Details in der Lithografie erforderte zahlreiche Druckdurchgänge für jede einzelne Farbe.
Rückseite und Träger: Die Leinwand ist auf einen einfachen Holzkeilrahmen gespannt. Die Nagelung und die Patina des Holzes sowie der Leinwandrückseite sind primäre Indikatoren für die Datierung in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Kulturhistorischer Kontext: Die sakrale Massenproduktion
Das Werk ist ein Paradebeispiel für die Demokratisierung religiöser Kunst im 19. Jahrhundert:
Stilmischung: Die Lithografie kombiniert die byzantinische Strenge mit der Anmut der Romantik. Diese Art von „Zimmerschmuck“ war in christlichen Haushalten jener Zeit als zentrales Andachtsbild (oft im „Herrgottswinkel“) weit verbreitet.
Bedeutung der Lithografie auf Leinwand: Im Gegensatz zu einfachen Papierdrucken galt die Lithografie auf Leinwand als „Edeldruck“. Sie war langlebiger und vermittelte durch die Stoffstruktur eine höhere Wertigkeit, die dem sakralen Sujet angemessen erschien.
Materialzustand und sammlerische Bewertung
Der Erhaltungszustand ist als historisch gewachsen und unrestauriert zu bezeichnen:
Erhaltung der Bildfläche: Es zeigen sich deutliche Fehlstellen und Abplatzungen der Farbschicht, insbesondere im Bereich des Kindes und der Wange Mariens. Diese Verluste sind oft auf die Sprödigkeit des Firnisses oder mechanische Belastung zurückzuführen.
Ränder: Die Leinwand weist an den Außenkanten Fransenbildung und Ausrisse auf, die durch die Alterung der Naturfaser und den Druck des ursprünglichen Rahmens entstanden sind.
Provenienz: Die Abwesenheit von Stempeln deutet auf eine private Nutzung im häuslichen Bereich hin. Trotz der Beschädigungen bleibt die lithografische Grundsubstanz erkennbar und aussagekräftig.
Marktwert-Analyse und Ausblick 2026
Während handgemalte Ölgemälde oft höhere Preise erzielen, ist dieses Objekt als authentische Lithografie des 19. Jahrhunderts für Sammler von religiöser Grafik und Druckgeschichte von Interesse.
Kriterium Bewertung Einfluss auf den Wert
Künstlerischer Rang Hochwertige Farblithografie Positiv
Physischer Zustand Stark beschädigt (Fragmentarisch) Negativ
Seltenheit Mittlere Verfügbarkeit (19. Jh.) Neutral
Markttrend 2026 Stabiles Interesse an authentischer Patina Neutral
In restauriertem Zustand oder bei besonderem Interesse an dieser spezifischen Drucktechnik könnte ein höherer Liebhaberpreis erzielt werden. Der Wert ergibt sich hier primär aus dem Alter und der historischen Ausstrahlung als „Erbstück“.
Zusammenfassung für das Archiv
Dieses Objekt ist ein multisensorisches Dokument der Volksfrömmigkeit. Es vereint die grafische Präzision des 19. Jahrhunderts mit der tiefen Symbolik der byzantinischen Tradition. Ein charakteristisches Stück für eine Sammlung zur Geschichte der religiösen Vervielfältigungstechniken.
Titel
„Muttergottes von der immerwährenden Hilfe“ – Antike Farblithografie auf Leinwand, 19. Jahrhundert.
Objekt
Lithografischer Druck auf Leinwandgewebe, auf Holzkeilrahmen gespannt.
Maße: werden nachgereicht
Technik: Mehrfarblithografie.
Darstellung
Das Bild zeigt Maria mit dem Jesuskind in der traditionellen Haltung des Gnadenbildes. Maria trägt eine aufwendige Krone und ist in einen roten Mantel gehüllt. Das Kind blickt zur Seite, während es die Hand der Mutter hält. Der Hintergrund ist dunkel gehalten, was die Szenerie fokussiert.
Technik und Ausführung
Druckverfahren: Hochwertige Steinlithografie auf präparierter Leinwand.
Alterung: Natürliche Oxidation der Farben und des Trägermaterials.
Ausführung: Die Gestaltung verbindet sakrale Strenge mit der Weichheit des 19. Jahrhunderts.
Datierung und Kontext
Das Exemplar lässt sich aufgrund der Drucktechnik und der Darstellung der Kronen sowie der Gesichtszüge in die Zeit zwischen 1870 und 1890 datieren. Es handelt sich um eine populäre, aber qualitativ anspruchsvolle Reproduktion eines berühmten Gnadenbildes.
Erhaltungszustand
Bildschicht: Starke Abplatzungen und Krakelee sichtbar.
Träger: Leinwand an den Rändern beschädigt und ausgefranst.
Gesamteindruck: Authentisches, altersschwaches Objekt mit starker Ausstrahlung.
Fazit
Eine authentische, großformatige Lithografie auf Leinwand aus dem späten 19. Jahrhundert. Trotz der Erhaltungsmängel ein bedeutendes Zeugnis der christlichen Kunstgeschichte und Druckgrafik jener Epoche.
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