Orsola Maddalena Caccia Kunstdruck

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Detailinformationen
- MotiveNatur / Pflanzen
- TechnikAndere Techniken
- ZustandNeuwertig
- ÜbergabeSelbstabholung, Versand
Beschreibung
- Orsola Maddalena Caccia Kunstdruck
- 21cmx021 cm
- auf Karton
Eine Tazza mit Birnen und Oleander sowie Jasmin, eine Akelei und weitere Blüten auf einem drapierten Sims,
Öl auf Leinwand, 43 x 40 cm, gerahmt
Provenienz:
Kunsthandel, Florenz, um 1985;
dort erworben durch den Vater des jetzigen Besitzers
Literatur:
A. Veca, Parádeisos. Dall’universo del fiore, Ausstellungskatalog, Bergamo 1982, S. 302f, Tafel XVII, S. 304, Tafel XVII (als Fede Galizia);
M. Marini, In Proscenio, Ausstellungskatalog, Rom 1984, S. 48, Nr. 15, Abb. S. 49 (als Fede Galizia);
P. Lorenzelli, A. Veca (Hg.), Forma vera. Contributi a una storia della natura morta italiana, Ausstellungskatalog, Bergamo 1985, S. 146, Abb. 47, S. 145 (als Fede Galizia);
F. Caroli, Fede Galizia, Turin 1989, S. 92, Nr. 51, mit Abb.;
J. Lorenzelli, A. Veca (Hg.), Lombardia 1620 um. Natura morta delle origini, Ausstellungskatalog, Bergamo 1989, Nr. 14 (als Fede Galizia)
Das vorliegende Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter Nr. 85655 registriert (als Fede Galizia).
Wir danken Filippo Maria Ferro, der die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes nach dessen Prüfung im Original vorgeschlagen hat.
Zudem danken wir Francesco Solinas, der die Zuschreibung unabhängig davon und ebenfalls nach Prüfung des Werks im Original bestätigt hat.
Das ehemals Fede Galizia zugeschriebene Gemälde wurde von Filippo Maria Ferro jüngst Orsola Maddalena Caccia zugewiesen. Er hält das Bild für ein Frühwerk. Zwischen den beiden Künstlerinnen scheint es eine subtile Verbindung zu geben, die noch nicht ausreichend erforscht wurde. Orsola mag während ihres Aufenthalts in Mailand auf die Werke ihrer älteren Kollegin gestoßen sein oder als Fede Galizia am Hof von Savoyen in Turin zu Gast war (siehe F. M. Ferro, Pittrici della realtà: Fede Galizia e Orsola Maddalena Caccia, in: Miti, Eroine e Ribelli. Tra Caravaggio, Artemisia Gentileschi e Tamara De Lempicka, Ausstellungskatalog, Pontedera 2022, S. 33–44).
Die Neuzuschreibung des vorliegenden Gemäldes beruht auf dem Vorhandensein bestimmter stilistischer Elemente, die typisch für das Schaffen Orsola Maddalena Caccias sind, insbesondere die strenge Symmetrie der Komposition, bei der die Oleanderblüten positioniert sind, um den Triumph der Birnen gewissermaßen zu brechen, vor allem aber die frisch gepflückten Blumen, die über das Tischtuch verstreut daliegen – ein Motiv, dass auf die Vanitas anspielt und ein wiederkehrendes und unverkennbares Merkmal der Werke der Malerin ist, selbst bei der Darstellung von Figuren in religiösen Sujets.
Orsola Maddalena war die Tochter des manieristischen Malers Guglielmo Caccia (1568–1625) und ging in der Werkstatt des Vaters in die Lehre, wo sie ihm als Gehilfin bei der Ausführung bedeutender religiöser und weltlicher Ausstattungsaufträge in der Lombardei und im Piemont zur Seite stand. 1620 trat sie in den Konvent von Bianzé ein, 1625 siedelte sie in das neu errichtete Kloster von Moncalvo um, das ihr Vater gegründet hatte. Bald darauf erbte sie Guglielmos Materialfundus und leitete innerhalb der Mauern des Konvents die nächsten fünfzig Jahre hindurch die dort von ihr begründete Werkstatt, womit sie das wirtschaftliche Überleben der kleinen geistlichen Kommune sicherte.
Stillleben sind im Werkkorpus von Orsola Maddalena Caccia rar, sodass ihnen, wie auch die wissenschaftliche Forschung in den letzten Jahrzehnten stets betont hat, eine besondere Stellung zukommt. Caccias Stillleben sind zart und dabei nüchtern und von einer tiefen religiösen Symbolik erfüllt. Dieser Aspekt deckt sich mit dem geistigen Klima der Gegenreformation und insbesondere mit den Schriften von Kardinal-Erzbischof Federico Borromeo, vor allem mit seinen Werken De’ piaceri della mente cristiana (1625) und Tre libri delle laudi divine (1632). Darin stellt der Kardinal die Natur als eine Art irdisches Paradies dar, in dem man in Kontemplation der wundersamen Schöpfung Gottes wandeln darf. Zu Caccias Vorbildern zählten Stillleben von Fede Galizia in den Sammlungen des Hauses Savoyen sowie die berühmten Blumensträuße von Jan Brueghel dem Älteren im Besitz von Federico Borromeo, wovon die kürzlich vom Metropolitan Museum in New York erworbenen Gemälde zeugen (Inv.-Nr. 2020.263.1 und 2020.263.2).
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