Rom und Latium - gestern und heute - Buch Broschüre Heft

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Zuletzt geändert: 04.09.2026, 08:39 Uhr | willhaben-Code: 2062861871
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Vatikan steht für:

Heiliger Stuhl, bischöflicher Stuhl des Bistums Rom und souveränes, nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt
Römische Kurie, Leitungs- und Verwaltungsbehörden des Heiligen Stuhls
Vatikanischer Hügel, ein vor allem aus Tuffstein bestehender Hügel in der Vatikanstadt
Vatikanstadt, Land in Südeuropa
Vatikanpalast, Residenz des Papstes in der Vatikanstadt
die Regierung des Kirchenstaats (1378–1870)

Siehe auch:

Papst
Vaticanum
Vaticanus

Staat Vatikanstadt (amtliche Langform in Deutschland[3] und der Schweiz[4]) oder Staat der Vatikanstadt (amtliche Langform in Österreich[5]), kurz auch Vatikan, Vatikanstadt oder Vatikanstaat genannt, italienisch Stato della Città del Vaticano,[6] ist sowohl nach Fläche als auch nach Bevölkerungszahl der kleinste allgemein anerkannte Staat der Erde und der einzige mit Latein als Amtssprache. Der Stadtstaat liegt innerhalb der italienischen Hauptstadt Rom und ist damit als Enklave vollständig von Italien umgeben. Aufgrund seiner geringen Fläche von 0,44 Quadratkilometern und seinen insgesamt nur rund 1000 Einwohnern wird der Vatikan als Zwergstaat bezeichnet.[7]

Status Civitatis Vaticanæ (lateinisch)
Stato della Città del Vaticano (italienisch)
Staat Vatikanstadt (DE/CH)
Staat der Vatikanstadt (AT)
Flagge der Vatikanstadt
Wappen der Vatikanstadt
Flagge Wappen
Amtssprache
Italienisch (de facto)1 und Latein
Hauptstadt
Città del Vaticano2
Staats- und Regierungsform
Wahlmonarchie
Der Papst ist als Bischof von Rom ex officio Staatsoberhaupt
Staatsoberhaupt
Papst Franziskus
Regierungschef
Präsident des Governatorats Fernando Vérgez Alzaga
Fläche
0,44 km²
Einwohnerzahl
453 Einwohner im Staatsgebiet[1]
618 Staatsbürger[1]
Bevölkerungsdichte
2272 Einwohner pro km²
Währung
Euro (EUR)
Unabhängigkeit
11. Februar 1929 (Lateranverträge)
National­hymne
Inno e Marcia Pontificale

Nationalfeiertag
13. März (Wahl von Papst Franziskus)[2]
Zeitzone
UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen
V
ISO 3166
VA, VAT, 336
Internet-TLD
.va
Telefonvorwahl
+39 06 (zugeteilt: +379)
1 Offizielle Sprachen der Schweizergarde sind Deutsch und Italienisch.
2 Vatikanstadt ist ein Stadtstaat.
Vatican City in Europe (zoomed).svg
Über dieses Bild
Vatican City map DE.png
Der Staat ist eine absolute Wahlmonarchie, deren Monarch der Papst ist. Dieser wird von den Kardinälen gewählt und scheidet nur durch Tod oder Rücktritt aus diesem Amt aus. Der Heilige Stuhl als nichtstaatliches, eigenständiges, vom Staat Vatikanstadt zu unterscheidendes Völkerrechtssubjekt vertritt den Vatikan auf internationaler Ebene, wenn auch beide Begriffe zum Teil synonym verwendet werden.[8]

Die Vatikanstadt liegt in Rom westlich des Tiber auf dem Vatikanischen Hügel, der damit die höchste Erhebung des Landes darstellt. Sie ist an einigen Stellen von einer Stadtmauer umgeben, deren Verlauf deckt sich jedoch nicht vollständig mit der Grenze des Staatsgebiets.

Sie wird von den römischen Stadtteilen Municipio I und Aurelia umgeben und grenzt an die historischen Rioni Borgo und Prati. Auf dem Staatsgebiet befinden sich neben dem Petersdom, Petersplatz und dem Apostolischen Palast auch die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle. Den größten Teil des Staatsgebietes machen die Vatikanischen Gärten aus. Es gibt eine Vielzahl exterritorialer Besitzungen des Heiligen Stuhls, denen ein Status ähnlich von Botschaftsgeländen zukommt und die nicht Teil des Staatsgebietes der Vatikanstadt sind. Dazu gehören unter anderem direkt an das Staatsgebiet angrenzende Gebiete wie der Palazzo San Pio X, der Campo Santo Teutonico und der größte Teil der Vatikanischen Audienzhalle. Die Staatsgrenze verläuft mitten durch die Audienzhalle, wobei der Papstthron noch auf vatikanischem Staatsgebiet steht, die anwesenden Besucher der Audienz sehen jedoch aus dem italienischen Ausland zu. Auch die römischen Patriarchalbasiliken, der nordwestliche Teil des Gianicolo, verschiedene Paläste in der römischen Altstadt, die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo und ein Sendezentrum von Radio Vatikan in Santa Maria di Galeria sind exterritoriale Besitzungen des Heiligen Stuhls.

gesehen)
Klima Bearbeiten
Das Klima der Vatikanstadt ist das gleiche wie das von Rom: ein gemäßigtes, Mittelmeerklima Csa mit milden, regnerischen Wintern von Oktober bis Mitte Mai und heißen, trockenen Sommern von Mai bis September. Einige kleinere lokale Besonderheiten, vor allem Nebel und Tau, werden durch die ungewöhnlich große Masse des Petersdoms, die Höhe, die Brunnen und die Größe des großen gepflasterten Platzes verursacht.

Vatikanstadt (Daten vom Flughafen Roma-Ciampino "Giovan Battista Pastine")
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
67 123
73 134
58 155
81 188
53 2312
34 2715
19 3018
37 3118
73 2715
113 2111
115 167
81 134
Temperatur in °C, Niederschlag in mm
Quelle: Servizio Meteorologico dell’Aeronautica Militare, Daten: 1971–2000[9] Daten zu den Sonnenstunden[10]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Vatikanstadt (Daten vom Flughafen Roma-Ciampino "Giovan Battista Pastine")
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 11,9 13,0 15,2 17,7 22,8 26,9 30,3 30,6 26,5 21,4 15,9 12,6 Ø 20,4
Min. Temperatur (°C) 3,1 3,5 5,2 7,5 11,6 15,3 18,0 18,3 15,2 11,3 6,9 4,2 Ø 10
Niederschlag (mm) 67 73 58 81 53 34 19 37 73 113 115 81 804
Sonnenstunden (h/d) 120,9 132,8 167,4 201,0 263,5 285,0 331,7 297,6 237,0 195,3 129,0 111,6 Ø 206,5
Regentage (d) 7,0 7,6 7,6 9,2 6,2 4,3 2,1 3,3 6,2 8,2 9,7 8,0 79,4
Quelle: Servizio Meteorologico dell’Aeronautica Militare, Daten: 1971–2000[9] Daten zu den Sonnenstunden[10]
Bevölkerung

Geschichte

Recht

Politik

Wirtschaft

Verkehr und Infrastruktur

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Amtssitz der Päpste war bis ins 14. Jahrhundert nicht der Vatikan, sondern der etwa fünf Kilometer östlich davon gelegene Lateranpalast. „Vatikan“ bezeichnete zunächst einen am rechten Tiberufer gelegenen Hügel (lateinisch mons vaticanus). Dort befand sich in der Antike der Zirkus des Kaisers Nero, in dem Martyrien und Hinrichtungen zahlreicher Christen und Juden stattgefunden haben sollen. Nördlich des Zirkus befand sich ein kleiner Friedhof, auf dem angeblich der Apostel Petrus begraben wurde. Später wurde dort ein Denkmal gebaut, und im 4. Jahrhundert ließ Kaiser Konstantin an dieser Stelle eine große Grabeskirche errichten – die erste Peterskirche. Der Vatikan wurde zum zentralen Wallfahrtsort der Petrusverehrung. In den folgenden Jahrhunderten entstanden weitere Gebäude auf dem Hügel, vor allem so genannte scholae, die Wallfahrern verschiedener Nationalitäten Unterkünfte, Kapellen und Friedhöfe boten, aber auch Wehranlagen hatten. Unter Leo IV. wurde 847 bis 852 zum Schutz vor den Sarazenen die noch heute zum Teil bestehende Leoninische Mauer um den gesamten Wallfahrtsort errichtet.[11] Es entstand die sogenannte Leostadt.

Der Bischof von Rom konnte im Verlauf der Spätantike seinen Anspruch auf Vorrang innerhalb der Christenheit weitgehend durchsetzen und kann spätestens seit Gregor dem Großen (um 600) als Papst bezeichnet werden. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches beanspruchten die Päpste unter Berufung auf die (im 15. Jahrhundert als Fälschung enttarnte) „Konstantinische Schenkung“ die weltliche Herrschaft über das Territorium um Rom, das zur Keimzelle des künftigen Kirchenstaats wurde. Im Jahre 751 wurde ihnen dieser Staat durch die Pippinische Schenkung endgültig garantiert, nachdem die Päpste einige Jahre zuvor aufgehört hatten, die Oberhoheit des oströmisch-byzantinischen Kaisers anzuerkennen. Die Päpste residierten zunächst nicht im Vatikan, sondern im Lateranpalast; die Kathedrale des Papstes als Bischof von Rom ist bis heute die Lateranbasilika außerhalb der Vatikanstadt.

Der Vatikanische Hügel wurde erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts mit der Rückkehr der Päpste aus Avignon (1377) und dem Ende des Schismas (1417) zum päpstlichen Regierungssitz, Standort der römischen Kurie und damit zum Zentrum des Kirchenstaats sowie der katholischen Kirche insgesamt. Nach dem Schisma sollte die neu gewonnene Einheit der Kirche durch große Bauprojekte verdeutlicht werden. Der vor den Toren Roms befindliche Vatikan bot dafür neben der Nähe zu den vermuteten Gebeinen Petrus’ ausreichend unbebauten Raum. Vor allem Nikolaus V. entwarf Mitte des 15. Jahrhunderts gewaltige Baupläne, die unter ihm und seinen Nachfolgern nur zum Teil umgesetzt wurden. Teils planvoll, teils aus pragmatischen Gründen entstanden in den folgenden Jahrhunderten Kirchen, Kapellen, Verwaltungsgebäude, Wehranlagen, Unterkünfte und andere Bauwerke auf dem Vatikanischen Hügel. Im Jahre 1506 begannen die Bauarbeiten am Petersdom. 1589 gab Sixtus V. den Bau des Apostolischen Palastes in Auftrag, der noch heute die Wohnung des Papstes und wichtige Verwaltungsorgane enthält. Im Jahre 1626 wurde der Petersdom eingeweiht, der Endausbau dauerte bis 1650. Kurz darauf erhielt der Petersplatz seine heutige Form.

Parallel zum Ausbau des Vatikans weitete sich das Territorium des Kirchenstaats aus. Bis ins 19. Jahrhundert erstreckte es sich über das heutige Mittelitalien zwischen Rom im Südwesten bis Bologna im Nordosten – mit den Regionen Latium, den Marken, Umbrien und der Romagna. Allerdings wurde 1798 im Zuge der Französischen Revolution das Gebiet zur Römischen Republik erklärt, 1808 wurden die Territorien dem Königreich Italien einverleibt. Der Wiener Kongress stellte den Kirchenstaat jedoch wieder her.

Im Zuge der italienischen Einigung wurde der Kirchenstaat in den ersten Jahren des Pontifikats von Papst Pius IX. im europaweiten bürgerlichen Revolutionsjahr 1848/49 (vergleiche Deutsche Revolution 1848/49 und Februarrevolution 1848) erneut durch radikaldemokratische Aufstände erschüttert. Diese führten zur Flucht des Papstes und zu einer weiteren Republik im Kirchenstaat, die lediglich knapp fünf Monate (Februar bis Juli 1849) Bestand hatte, bis sie durch französische und spanische Interventionstruppen niedergeschlagen wurde (vergleiche Römische Republik (1849)). Der Staatspräsident Frankreichs und spätere (ab 1852) französische Kaiser Napoléon III. beließ einige Truppen als Schutzmacht des Papstes, der nach der Niederschlagung der Revolution wieder polizeistaatliche Verhältnisse im Kirchenstaat etablierte, bis 1870 in Rom. Nach dem Sardinischen Krieg zwischen dem Königreich Sardinien-Piemont und Frankreich einerseits und Österreich andererseits fiel ein Teil des Kirchenstaats bereits 1861 an das neu ausgerufene Königreich Italien. Als Frankreich seine Schutztruppen aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges aus Rom abzog, wurde der Restkirchenstaat (Latium mit Rom) durch Truppen unter König Viktor Emanuel II. im Jahre 1870 besetzt. Der Status der Vatikanstadt war zunächst ungeklärt (so genannte Römische Frage), jedoch blieb in ihr de facto die Herrschaft der katholischen Kirche bestehen, so dass sich ab 1870 die kirchlichen Verwaltungsorgane aus dem restlichen Kirchenstaat in der Vatikanstadt konzentrierten. In dieser Zeit entwickelte sich die bauliche und institutionelle Abschottung vom Rest Roms. Überlegungen, die Verhandlungsbasis des Papsttums gegenüber Italien zur Lösung der Römischen Frage durch eine souveräne territoriale Basis zu stärken (ohne dass zunächst daran gedacht war, dass der Papst Rom verließ),[12] richteten sich unter anderem auf Friaul, Elba, Trient[13] oder Liechtenstein,[12] blieben jedoch ohne Ergebnis. Schließlich wurde der Kirchenstaat durch die Lateranverträge von 1929 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem inzwischen diktatorisch von Benito Mussolini regierten Königreich Italien wieder als souveräner Staat festgeschrieben. Danach umfasst er nur noch das von einer Mauer begrenzte Gelände um den Petersdom.

RS1

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