Roteraie - "Madame de Brie, L'Impromptu de Versailles" | Ausdrucksstarkes französisches Porträt auf Papier mit handschriftlicher Bezeichnung und möglicher Künstlerangabe

Privatperson
Detailinformationen
- MotivePortraits / Menschen
- TechnikKohle
- ZustandGebraucht
- ÜbergabeSelbstabholung, Versand
Beschreibung
Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um ein großformatiges Frauenporträt auf Papier, das durch die handschriftlichen beziehungsweise signaturartigen Angaben „Roteraie“, „Madame de Brie“ und „L’Impromptu de Versailles“ eindeutig in einen französischen theaterbezogenen Zusammenhang gestellt wird.
Das dargestellte weibliche Gesicht ist mit großer expressiver Wirkung ausgeführt. Die Frau erscheint frontal bis leicht seitlich dem Betrachter zugewandt und wird von einer ausgesprochen voluminösen, lockigen Haartracht eingerahmt. Die Gesichtszüge sind weich, aber präzise modelliert. Besonders Augen, Nase und Mund sind sorgfältig herausgearbeitet.
Die unterhalb des Porträts befindliche Beschriftung ist für die Einordnung des Blattes von außerordentlicher Bedeutung. Die große Schrift ist nach nochmaliger Betrachtung als „Roteraie“ zu lesen. Darunter folgt „Madame de Brie“ und in der nächsten Zeile „L’Impromptu de Versailles“.
Damit liegt keine beliebige Darstellung einer Dame vor, sondern ein Blatt mit einem konkreten Bezug zur französischen Theatergeschichte und zu Mademoiselle de Brie aus dem Umfeld Molières.
Mademoiselle de Brie ist in der Überlieferung der Schauspieltruppe Molières dokumentiert und steht in direktem Zusammenhang mit L’Impromptu de Versailles. Die historische Verbindung des Namens zum Stück ist somit wesentlich besser abgesichert als eine mögliche Identifizierung des auf dem Blatt genannten „Roteraie“.
Maße
L: ca. 33 cm
B: ca. 25 cm
Die Maße wurden aus der vorliegenden fotografischen Aufnahme nur annäherungsweise ermittelt. Ein Maßband ist auf dem Foto nicht abgebildet. Für eine exakte Vermessung des Originals kann daher keine Garantie übernommen werden.
Künstlerische Einordnung
Die Darstellung zeigt eine Frau in einer für ein Bühnenporträt ungewöhnlich ausdrucksstarken Inszenierung.
Das Gesicht bildet das Zentrum der Komposition. Die Haare sind nicht lediglich als physiognomisches Detail behandelt, sondern nehmen einen großen Teil der Bildfläche ein und erzeugen eine dunkle Rahmung um das helle Gesicht.
Dadurch entsteht ein ausgeprägter Hell-Dunkel-Kontrast.
Die dargestellte Person besitzt einen freundlichen, leicht lächelnden Gesichtsausdruck. Gleichzeitig vermitteln Blickrichtung und Kopfhaltung eine gewisse theatralische Präsenz. Dies passt zur Beschriftung, die ausdrücklich auf eine Schauspielerin beziehungsweise eine Theaterfigur verweist.
Die Zeichnung beziehungsweise Grafik ist daher nicht als gewöhnliches Damenporträt anzusehen, sondern als theaterbezogene Porträtdarstellung.
„Madame de Brie“ und „L’Impromptu de Versailles“
Die zweite und dritte Beschriftungszeile sind für die Identifikation des Motivs entscheidend.
Zu lesen ist:
„Madame de Brie“
sowie
„L’Impromptu de Versailles“.
Mademoiselle de Brie gehörte zum Ensemble Molières. L’Impromptu de Versailles entstand 1663 und steht unmittelbar im Zusammenhang mit Molières eigener Schauspieltruppe.
Damit verweist die Beschriftung auf einen konkreten Abschnitt der französischen Theatergeschichte.
Es ist jedoch wichtig, zwischen dargestellter historischer Person, Entstehungszeit des Blattes und Entstehungszeit des dargestellten Ereignisses zu unterscheiden.
Dass Mademoiselle de Brie im 17. Jahrhundert wirkte, bedeutet nicht automatisch, dass dieses Blatt ebenfalls im 17. Jahrhundert entstanden sein muss.
Gerade Darstellungen berühmter Schauspielerinnen wurden in späteren Jahrhunderten vielfach reproduziert und neu interpretiert.
Die Bezeichnung „Roteraie“
Die große handschriftliche Bezeichnung am unteren linken Rand ist nach erneuter Betrachtung als
„Roteraie“
zu lesen.
Sie ist optisch deutlich größer als die darunterliegenden Angaben und besitzt den Charakter einer Signatur oder eigenständigen Künstlerbezeichnung.
Eine seriöse kunsthistorische Identifikation dieser Person ist anhand der vorliegenden Aufnahme jedoch noch nicht möglich.
Bei der Recherche konnte kein belastbarer Nachweis gefunden werden, der „Roteraie“ eindeutig als bekannten französischen Künstler, Illustrator oder Porträtisten dieses Motivs identifiziert.
Das ist allerdings kein Beweis dafür, dass die Signatur nicht authentisch ist.
Gerade bei älteren Arbeiten auf Papier können Künstler regional, privat oder nur innerhalb bestimmter Theater-, Verlags- oder Sammlerkreise bekannt gewesen sein.
Deshalb sollte die Bezeichnung nicht in „Roterie“, „Sophie“ oder einen anderen Namen verändert werden.
Für die Beschreibung ist die sachlich korrekte Form:
Handschriftliche beziehungsweise signaturartige Bezeichnung „Roteraie“; eine eindeutige Identifizierung des Urhebers ist anhand der vorliegenden Unterlagen nicht möglich.
Technik und Ausführung
Die technische Einordnung ist für den Wert des Blattes von zentraler Bedeutung.
Auf der Fotografie sind in den dunklen Haarpartien zahlreiche sehr feine Punkte beziehungsweise rasterartige Strukturen erkennbar.
Diese Struktur kann verschiedene Ursachen haben.
Sie könnte auf eine druckgrafische Reproduktion hinweisen.
Sie könnte durch ein grafisches Verfahren entstanden sein.
Sie könnte bei einer Zeichnung durch eine spezielle Punktier- oder Schraffurtechnik entstanden sein.
Auch eine reproduzierte Darstellung einer älteren Vorlage ist denkbar.
Eine sichere Entscheidung zwischen diesen Möglichkeiten ist anhand des Fotos allein nicht möglich.
Hier liegt der wichtigste Prüfpunkt des gesamten Objektes.
Wenn sich bei der Untersuchung des Originals herausstellt, dass die sichtbaren Strukturen tatsächlich aus einer eigenhändigen zeichnerischen Ausführung bestehen, verändert dies die Bewertung erheblich.
Wenn dagegen eine regelmäßige Druckstruktur unter Vergrößerung nachweisbar ist, wäre das Blatt als Druckgrafik beziehungsweise Reproduktion einzustufen.
Charakter der handschriftlichen Beschriftung
Besonders interessant ist, dass die Beschriftungen nicht wie eine moderne nachträgliche Notiz wirken.
„Roteraie“ ist groß und prominent gesetzt.
„Madame de Brie“ befindet sich darunter.
„L’Impromptu de Versailles“ folgt als erläuternde Werkbezeichnung.
Diese Anordnung kann auf eine historische Beschriftung einer Porträtarbeit, eine Atelierbezeichnung, eine Theaterillustration oder eine Sammlungsbezeichnung hindeuten.
Eine sichere Aussage über die Funktion der Schrift ist erst nach Untersuchung des Originals möglich.
Darstellung der Mademoiselle de Brie
Das Porträt ist von einer ausgesprochen kräftigen Modellierung geprägt.
Das Gesicht ist heller gehalten und hebt sich deutlich von der dunklen Haarmasse ab.
Die Haartracht ist sehr voluminös und besteht aus zahlreichen Locken beziehungsweise wellenförmigen Strukturen. Dadurch erhält die Darstellung eine beinahe repräsentative, bühnenhafte Wirkung.
Die Augen sind relativ klein und direkt auf den Betrachter gerichtet.
Der leicht geöffnete Mund beziehungsweise das Lächeln gibt der Person einen lebendigen Ausdruck.
Die Schulterpartie ist nur locker angedeutet, sodass der Schwerpunkt eindeutig auf dem Gesicht liegt.
Theatergeschichtlicher Zusammenhang
L’Impromptu de Versailles gehört zu den bekannten Werken Molières und wurde im Umfeld seiner Schauspieltruppe aufgeführt.
Mademoiselle de Brie war Mitglied dieses Ensembles. Die Verbindung ihres Namens mit dem Stück ist deshalb inhaltlich plausibel.
Es existieren zudem spätere grafische Darstellungen von Mademoiselle de Brie. Das British Museum dokumentiert beispielsweise eine Druckgrafik des 19. Jahrhunderts mit einer Darstellung der Schauspielerin. Damit ist belegt, dass ihr Bild auch lange nach ihrer Lebenszeit in der französischen Grafik weiterverwendet wurde.
Diese Tatsache ist für die Datierung des vorliegenden Blattes ausgesprochen wichtig:
Das Motiv kann auf Mademoiselle de Brie verweisen, ohne selbst aus dem 17. Jahrhundert stammen zu müssen.
Eine zeitliche Einordnung muss deshalb anhand des Materials und der Technik erfolgen.
Papier und Material
Das Blatt besitzt einen deutlich gealterten cremefarbenen beziehungsweise beigefarbenen Papiergrund.
Die Oberfläche zeigt zahlreiche Unregelmäßigkeiten und Alterungsspuren.
Im unteren rechten Bereich ist eine deutliche Knick- beziehungsweise Faltzone vorhanden.
Auch an den Rändern finden sich Beschädigungen und Gebrauchsspuren.
Der obere beziehungsweise seitliche Papierbereich weist weitere Unregelmäßigkeiten auf.
Das Blatt sollte deshalb konservatorisch vorsichtig behandelt und möglichst flach beziehungsweise in einem säurefreien Passepartout aufbewahrt werden.
Erhaltungszustand
Der Zustand ist insgesamt als gebraucht mit deutlichen altersbedingten beziehungsweise lagerungsbedingten Beeinträchtigungen einzustufen.
Positiv hervorzuheben ist, dass das eigentliche Porträt noch sehr gut lesbar ist.
Die Gesichtspartie besitzt einen starken Kontrast und ist trotz der Alterung klar erkennbar.
Die Beschriftung ist ebenfalls noch deutlich lesbar.
Wertmindernd wirken dagegen die Knicke, Papierveränderungen und Beschädigungen im Randbereich.
Eine umfassende Restaurierung ist anhand des Fotos nicht erkennbar.
Datierung
Eine exakte Datierung ist derzeit nicht möglich.
Es wäre falsch, allein aufgrund des Bezugs zu Molière von einer Entstehung im 17. Jahrhundert auszugehen.
Das Blatt könnte eine spätere Darstellung einer historischen Schauspielerin sein.
Gleichzeitig könnte eine ältere grafische Vorlage verwendet worden sein.
Sollte sich die Arbeit als eigenhändige Zeichnung herausstellen, wären Papier, Zeichenmaterial, Alterungsmerkmale und gegebenenfalls Wasserzeichen für eine nähere Datierung heranzuziehen.
Eine Materialanalyse könnte beispielsweise Hinweise auf die tatsächliche Entstehungszeit des Papiers geben.
Sophie / „Madame de Brie – L’Impromptu de Versailles“ – ausdrucksstarkes Frauenporträt auf Papier mit handschriftlicher Beschriftung
Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um ein großformatiges, auf Papier ausgeführtes Frauenporträt in Schwarz und Grautönen, das nach seiner Motivbeschriftung in den theatergeschichtlichen Zusammenhang von Molières „L’Impromptu de Versailles“ gestellt wird. Besonders auffällig ist die handschriftliche Bezeichnung im unteren Bereich des Blattes. Sie scheint den Namen „Sophie“ als Signatur oder Widmung zu tragen; darunter beziehungsweise daneben ist nach fotografischer Lesung „Madame de Brie“ sowie „L’Impromptu de Versailles“ zu erkennen.
Eine zweifelsfreie Zuschreibung der Signatur an eine bestimmte Künstlerin oder Darstellerin ist anhand der vorliegenden Aufnahme nicht möglich. Gerade diese Unterscheidung ist bei einem solchen Blatt wesentlich, da eine eigenhändige Originalzeichnung, eine signierte Reproduktion, eine Theaterillustration oder ein nachträglich beschrifteter Druck sehr unterschiedliche Marktwerte besitzen können.
Maße:
L: ca. 33 cm
B: ca. 25 cm
Die Maße sind aus dem vorliegenden Foto ohne Maßband nur annäherungsweise ableitbar. Eine exakte Vermessung des Originals liegt nicht vor.
Künstlerische und ikonografische Einordnung
Das Blatt zeigt ein weibliches Brustbild beziehungsweise ein nahezu bis zur Schulter reichendes Porträt. Der Kopf ist frontal beziehungsweise nur leicht gedreht dargestellt. Die dargestellte Frau trägt eine aufwendig modellierte Frisur mit stark gelocktem beziehungsweise voluminösem Haar. Die Haarpartie bildet zugleich einen wesentlichen Bestandteil der dunklen Gesamtkomposition und rahmt das Gesicht nahezu oval ein.
Die Gesichtszüge sind vergleichsweise fein ausgearbeitet. Besonders sorgfältig behandelt sind Augen, Nase, Mund und die Modellierung der Wangenpartie. Die Augen besitzen einen direkten, leicht lächelnden Ausdruck. Der Mund ist zu einem dezenten Lächeln geöffnet, wodurch das Porträt einen ausgesprochen lebendigen und bühnenhaften Charakter erhält.
Die technische Wirkung des Blattes ist bemerkenswert. Die dunklen Flächen bestehen teilweise aus einer sehr feinen punktierten beziehungsweise rasterartigen Struktur. Dadurch entsteht ein ungewöhnlich weicher Übergang zwischen hellen und dunklen Partien. Im Gesicht werden feinere Tonwerte eingesetzt, während das Haar und der Hintergrund wesentlich kräftiger verdichtet sind.
Die handschriftliche Beschriftung
Von besonderer Bedeutung ist der unterhalb des Porträts befindliche handschriftliche Bereich.
Die große Schrift wirkt wie eine eigenhändige Signatur beziehungsweise Widmung und lässt sich nach dem Foto ungefähr als „Sophie“ lesen. Darunter steht offenbar „Madame de Brie“. In der darunterliegenden Zeile ist „L’Impromptu de Versailles“ zu erkennen.
Die Lesung sollte allerdings ausdrücklich als fotografische Lesung und nicht als gesicherte Transkription verstanden werden. Einzelne Buchstaben sind durch die Schreibweise, die Papierstruktur und die fotografische Perspektive nicht vollkommen eindeutig.
Die Kombination aus Personenbezeichnung und Werktitel ist kunst und theatergeschichtlich besonders interessant, da „L’Impromptu de Versailles“ ein Bühnenwerk Molières ist, das 1663 in Versailles aufgeführt wurde. Die Figur beziehungsweise Darstellerin Mademoiselle de Brie gehört dabei unmittelbar zum Figurenensemble des Stückes. Quellen zur Molière-Truppe nennen Mademoiselle de Brie ausdrücklich im Zusammenhang mit „L’Impromptu de Versailles“.
Das Stück wurde in Versailles im Oktober 1663 gespielt und anschließend in Paris aufgeführt. Die Bezeichnung auf dem Blatt verweist somit auf einen konkreten französischen Theaterzusammenhang und nicht lediglich auf eine allgemeine Darstellung einer Dame.
Theatergeschichtlicher Kontext – Molière und „L’Impromptu de Versailles“
Molières „L’Impromptu de Versailles“ entstand als Einakter und wurde 1663 erstmals aufgeführt. Das Werk besitzt innerhalb der französischen Theatergeschichte eine besondere Stellung, weil Molière darin seine eigene Schauspieltruppe gewissermaßen auf der Bühne auftreten lässt.
Mademoiselle de Brie gehörte zum Umfeld dieser Truppe. Quellen beschreiben sie als Schauspielerin, die verschiedene Rollen im Repertoire Molières übernahm. Besonders eng verbunden ist ihr Name mit „L’École des femmes“, in dem sie die Rolle der Agnès spielte. Auch im „L’Impromptu de Versailles“ erscheint Mademoiselle de Brie als Teil der Schauspieltruppe.
Die vorhandene Beschriftung ist deshalb für die Einordnung des Blattes wesentlich. Sie stellt eine direkte Verbindung zwischen dem dargestellten weiblichen Bühnenmotiv und einem konkreten Werk des französischen Theaters her.
Interessant ist zudem, dass bildliche Darstellungen von Mademoiselle de Brie beziehungsweise Catherine de Brie in späteren Jahrhunderten mehrfach publiziert wurden. Das British Museum verwahrt beispielsweise einen im 19. Jahrhundert entstandenen druckgrafischen Porträttypus, der eine Darstellung von Mademoiselle de Brie wiedergibt. Dort wird eine um 1879 entstandene Radierung beziehungsweise Kaltnadelarbeit von Jules Armand Hanriot dokumentiert.
Dies zeigt, dass die Figur auch lange nach ihrer eigentlichen Bühnenzeit Gegenstand künstlerischer und illustrativer Beschäftigung war.
Technik und Ausführung
Die fotografische Aufnahme lässt keine vollkommen sichere Bestimmung der grafischen Technik zu. Die flächige, punktierte Struktur spricht jedoch eher für eine druckgrafische beziehungsweise reproduktionstechnische Entstehung als für eine ausschließlich frei mit Kohle oder Bleistift ausgeführte Originalzeichnung.
Insbesondere die regelmäßige Punktstruktur in den dunklen Haarpartien und im Hintergrund ist auffällig. Gleichzeitig besitzen die handschriftlichen Elemente eine deutlich individuellere Linienführung.
Daher kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht.
Das Blatt könnte eine gedruckte beziehungsweise lithografische Porträtdarstellung sein, die nachträglich handschriftlich bezeichnet oder signiert wurde. Ebenso denkbar ist eine zeichnerische Vorlage mit starkem Einsatz einer punktierenden beziehungsweise schraffierenden Technik.
Auf Grundlage einer einzigen Fotografie lässt sich diese Frage nicht abschließend entscheiden. Für eine fachgerechte Bestimmung wären insbesondere eine hochauflösende Aufnahme der Papieroberfläche, eine Betrachtung unter seitlichem Licht sowie Fotografien von Vorder und Rückseite erforderlich.
Stilistische Betrachtung
Die Darstellung besitzt eine ausgeprägte theatralische Wirkung. Das Gesicht ist sehr stark aus dem dunklen Umfeld herausmodelliert. Die beinahe schwarze Haarmasse fungiert als visueller Rahmen und lenkt die Aufmerksamkeit unmittelbar auf die Gesichtspartie.
Der Ausdruck ist nicht streng repräsentativ, sondern eher auf Bühnenwirkung und Charakterisierung angelegt. Das leichte Lächeln, der direkte Blick und die voluminöse Haartracht verleihen der dargestellten Person eine ausgeprägte Präsenz.
Die Gestaltung erinnert an die französische Porträt und Theaterillustration des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Eine konkrete Datierung allein aufgrund der Bildwirkung wäre jedoch nicht seriös.
Gerade bei Theaterdarstellungen existieren zahlreiche spätere Reproduktionen älterer Personenbilder. Eine Beschriftung mit dem Namen einer Figur oder Schauspielerin kann daher sowohl zeitnah zur Entstehung als auch erheblich später angebracht worden sein.
WSz
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