Wie viel ist eigentlich (m)ein Auto wert und welche Dinge haben darauf den stärksten Einfluss?

Wert (d)eines Autos

Vor dem Ankauf oder Verkauf eines Autos ist eine seriöse und realistische Preiskalkulation unerlässlich. Doch welche Kriterien sind letztendlich wirklich entscheidend, wie viel ein Auto wert ist?

Egal, ob man gerade dabei ist, sein bestehendes Auto zu verkaufen oder mit dem Gedanken spielt, ein Auto zu erwerben – einer der wesentlichsten Faktoren ist stets die Bepreisung. Wir erklären dir anhand der folgenden Aufzählungen und Beispiele, welche Eckdaten den stärksten Einfluss auf den Preis eines Fahrzeuges haben, wie du selbst den Marktwert (d)eines Autos am besten bestimmen kannst und was sich hinter Begriffen wie Zeitwert oder Restwert verbirgt.

Die wichtigsten Einflussfaktoren für private und gewerbliche Käufer:innen

Gemeinsam mit den Marktforschungs-Experten von marketagent.com erhebt willhaben regelmäßig, welche Faktoren für Gebrauchtwagensuchende besonders wichtig sind: Neben der Vertrauenswürdigkeit von Verkäufer:innen und finanziellen Gesichtspunkten werden da die Ausstattung und der Zustand des Fahrzeuges besonders oft genannt.

Die wichtigsten Kriterien, auf die geachtet wird, sind der Kilometerstand, das Baujahr bzw. die Erstzulassung und ob ein gültiges “Pickerl” (§ 57 Überprüfung) vorhanden ist. Weiters folgen die Automarke, das genaue Modell, die Treibstoffart oder auch die Leistung in PS bzw. KW. Verschiedene Ausstattungsmerkmale werden von den Suchenden ebenfalls häufig genannt, dies betrifft einerseits Komfort-Themen wie Klimaautomatik und Navigation, aber auch Sicherheitsaspekte und Assistenzsysteme.

Die genannten Aspekte sind weitestgehend auch für die Preisbildung beim Verkauf an gewerbliche Käufer:innen entscheidend. Hier kommt allerdings, anders - beziehungsweise deutlich stärker - als beim direkten Verkauf an Privatpersonen, auch der Faktor Wiederverkaufsmöglichkeit ins Spiel. Dies bedeutet, welches Potential Händler:innen sehen, dein Auto anzukaufen und gut weiterverkaufen zu können.

In welchem Zustand ist mein Auto?

Die oben genannten Eckdaten und Angaben können helfen, den groben Zustand und einen Richtpreis zu ermitteln. In Verbindung mit der Preisrecherche vergleichbarer Fahrzeuge, zum Beispiel auf willhaben, bei denen man auf Details wie “garagengepflegt”, “lückenloses Serviceheft”, “rostfrei”, und so weiter achtet, ergibt sich zumeist bereits ein guter Überblick.

Solltest du nicht ohnehin gerade ein neues Pickerl gemacht haben, geben auch zahlreiche Werkstätten oder Mobiliätsclubs mittels sogenannter Ankaufstests zumeist entgeltliche, aber vielsagende Einblicke unter die Motorhaube.

Preisfaktor Sonderausstattung

Eine umfassende Ausstattung wirkt sich gegenüber einfacher vorm Band gelaufenen Auto-Varianten auch beim Wiederverkauf in der Regel positiv auf den potentiellen Verkaufspreis aus. Das eine oder andere sehr spezielle Extras erhöht hingegen zwar beim Neuwagenkauf den Wert und Preis des Fahrzeuges, aber garantieren nicht immer, dass dafür auch beim späteren Wiederverkauf automatisch ein höherer Preis erzielt werden kann.

Finden sich beim Gebrauchtwagenverkauf Interessent:innen, denen ähnliche Ausstattungs-Themen wichtig sind, wie dir, hast du gute Chancen, mit besonderen Highlights einen überdurchschnittlichen Preis zu erzielen. Hat dein Gegenüber in diesen Punkten wenig Detail-Interesse an Dingen, die dir bei der Anschaffung wichtig waren, wird es wohl schwieriger, deine damalige Investition in Fahrzeug-Extras auch beim Verkauf geltend zu machen.

Allgemeine Extras, an denen so gut wie alle Fahrzeugnutzer:innen Interesse haben, wie zum Beispiel ein zweiter Satz Reifen, können sich bei Preisverhandlungen wiederum sehr häufig positiv auswirken.

Gewerbliche Käufer:innen streben zumeist besonders den Ankauf von leicht wiederverkäuflichen Fahrzeugvarianten an, außer sie suchen für Kund:innen gezielt nach gewissen Ausstattungs-Extras oder Besonderheiten. Denn je länger ein Fahrzeug bei Händler:innen steht und auf den Wiederverkauf wartet, desto geringer fällt in der Regel auch der Gewinn bzw. die sogenannte “Marge” der Händler:innen aus, mit dem/der neben dem Ankauf von Fahrzeugen auch der Betrieb des Autohauses und die Mitarbeiter:innen finanziert werden. Beim Wiederverkauf von gebrauchten Fahrzeugen haben gewerbliche Anbieter:innen, im Unterschied zu Privatpersonen, zudem auch gewisse Gewährleistungspflichten zu erfüllen.

Durch all diese Faktoren wirst du in der Regel - insbesondere wenn du etwas Geschäftstalent und ausreichend Zeit für den Verkauf hast - beim Direktverkauf deines Fahrzeuges an private Interessenten daher einen etwas höheren Preis erzielen können.

Die Sache mit dem Wertverlust von Autos

Ganz allgemein verlieren die meisten Dinge durch ihre Nutzung konstant an Wert. Dieser Grundsatz trifft, abgesehen von Raritäten, Oldtimern, etc., zumeist auch bei Autos zu. In den vergangenen Jahren gab es aber rund um die Pandemie und damit verbundenen Lieferketten-Problemen bei u.a. Elektrochips auch bei gängigen Modellen Ausnahmen bei diesen klassischen “Marktregeln”. Eine Erhebung von willhaben Anfang 2022 ergab, dass sich durch den vorherrschenden Fahrzeugmangel im Handel bei einigen Modellen - trotz laufender Nutzung durch die FahrzeughalterInnen und somit Steigerung des Kilometerstandes - der durchschnittliche Angebotspreis sogar erhöht hatte. (Mehr Infos dazu hier)

Da sich die globale Situation diesbezüglich aber wieder weitestgehend entspannt hat, klingt dieses Preis-Phänomen bereits wieder eher ab.

Zum Abschluss haben wir noch wichtige Preis-Begriffe zusammengefasst und erklärt

Einkaufspreis bzw. Händlereinkaufspreis
Unter Einkaufspreis oder oft auch “Händlereinkaufspreis” versteht man den Preis, zu dem (Auto-)Händler:innen ihre Ware, in diesem Fall also Fahrzeuge, beziehen. Dieser Preis muss nicht unbedingt 1:1 dem tatsächlichen und aktuellen Marktwert entsprechen. Durch die Gewinnspanne aus Ankaufspreis und Verkaufspreis muss das Autohaus, wie weiter oben erwähnt, die Kosten für den Betrieb und die Mitarbeiter:innen decken.

Restwert und Wiederbeschaffungswert
Wird dein Auto (zum Beispiel durch einen Unfall) beschädigt, hat es nur mehr einen gewissen Restwert. Also jene Summe, die du im unreparierten Zustand dafür erhalten würdest. Der Wiederbeschaffungswert ist hingegen jene Summe, die das Fahrzeug unmittelbar vor der Beschädigung noch wert gewesen wäre.

Dies ist vor allem für Versicherungsthemen wichtig, hier wird in der Regel die Differenz aus Wiederbeschaffungswert und Restwert ersetzt. Zur Ermittlung der Werte ist es ratsam, unabhängige Sachverständige zu beauftragen. Wenn du nicht Unfallverursacher:in warst, hat in der Regel dein Gegenüber die Kosten dafür zu tragen beziehungsweise lassen sich diese zumeist gegenüber der Haftpflichtversicherung deines Unfallkontrahenten bzw. deiner Unfallkontrahentin geltend machen.

Zeitwert
Unter Zeitwert versteht man ganz allgemein den Wert von Dingen, Gegenständen oder einer Sache unter Berücksichtigung von Alter, Abnutzung und daraus resultierendem Zustand. Man zieht somit - auch bei Autos - diese Faktoren als “Abschreibung” für Alter, Zustand, Verbrauch und so weiter vom ursprünglichen Neuwert des Fahrzeuges ab und erhält damit den entsprechenden Zeitwert.