
Das Fahrzeug auf Mängel prüfen zu lassen, bringt Klarheit und Sicherheit beim Kauf oder Verkauf eines gebrauchten Fahrzeuges.
Alle, die schon einmal ein Auto gekauft oder verkauft haben, kennen die entscheidende Frage: In welchem Zustand ist es wirklich? Wie sieht es mit Technik, Lack und Unterboden, dem Motor und den Bremsen aus, den ganzen Details, die man nicht sofort sieht, die aber sehr wohl den Preis beeinflussen? Wer auf Nummer sicher gehen will, kann in einer Fachwerkstatt um Rat fragen oder einen Ankaufstest bei einem Automobilclub machen – bei ÖAMTC oder ARBÖ.
Ein Ankaufstest ist einfach erklärt: Ein Techniker oder eine Technikerin sieht sich das Auto genau an, führt verschiedene Tests durch und nimmt es unter die Lupe. Die Prüfung aller wesentlichen Bauteile bringt Klarheit über den Zustand des Fahrzeuges und dient als Entscheidungshilfe. Mängel, Dellen oder anstehende Reparaturen vermindern den Gebrauchtwarenwert. Geprüft werden Beleuchtungs- und Warneinrichtungen, Bremsen, Karosserie, Aufbau, Sicherheit, Motor, Nebenaggregate, Kraftübertragung, Lenkung, Radaufhängung und Reifen.
Das Ergebnis ist folgendes:
Klare Diagnose mit umfangreichen Detailinformationen
Wichtiger Baustein, den angemessenen Wert des Fahrzeuges zu ermitteln – man kann auch nach einem Autopreisspiegel fragen
Erkennung von Mängeln vor Ablauf der Gewährleistungs- und Garantiefristen
Hinweise zu Vorschäden
Hinweise auf Schwachstellen, Abnutzungserscheinungen und künftige Mängel
Vorschläge für gezielte Reparaturaufträge
Festgestellte Mängel bewirken im Durchschnitt eine Kostenersparnis von 500 Euro für Käufer:innen, heißt es vom ÖAMTC. Ein Vorteil ist sicher die Vermeidung von unliebsamen Überraschungen – für beide Seiten, auch die von Verkäufer:innen.
Man kann also den Kauf eines Autos durchaus von der Durchführung eines Ankaufstest abhängig machen. In einem anderen Artikel findest du generelle Infos dazu, was in einem KFZ Kaufvertrag enthalten sein sollte.
Zum Beispiel kann man einen ÖAMTC Ankaufstest bei einem der Stützpunkte des Automobilclubs machen. Entweder Käufer:in oder Verkäufer:in müssen dort Mitglied sein. Dauer: Etwa 90 Minuten. Einfach online oder telefonisch einen Termin vereinbaren und alle verfügbaren Unterlagen wie Serviceheft, Typenschein und etwaige Bescheinigungen mitbringen.
Wenn du dir nicht sicher bist, in welchem Zustand ein Auto wirklich ist, kann es sich jedenfalls lohnen, eine Kaufüberprüfung zu machen. Die grundsätzlichen Vorteile:
Vermeidung unerwarteter Kosten: Ein Ankaufstest kann versteckte Mängel aufdecken, die nach dem Kauf zu teuren Reparaturen führen könnten.
Sicherheit: Ein gründlicher Test der Sicherheitssysteme und der mechanischen Komponenten stellt sicher, dass das Fahrzeug sicher auf der Straße unterwegs ist.
Werterhalt: Ein gut gewartetes Fahrzeug behält seinen Wert besser und hat eine längere Lebensdauer. Durch die Identifizierung von Wartungsbedarf können Käufer:innen sicherstellen, dass sie ein Auto kaufen, das noch viele Kilometer vor sich hat.
Verhandlungsspielraum: Wenn Mängel während des Tests entdeckt werden, können Käufer:innen den Preis entsprechend anpassen, um die Kosten für Reparaturen zu berücksichtigen.
Vertrauen in die Kaufentscheidung: Ein erfolgreicher Ankaufstest gibt dem Käufer:innen Vertrauen in seine Entscheidung und verringert das Risiko, ein Fahrzeug zu erwerben, das später enttäuschende Probleme aufzeigt.
Ein gültiges Pickerl besagt übrigens nur, dass ein Fahrzeug sicher und verkehrstauglich ist, das ist aber noch keine Garantie gegen versteckte Mängel. Also aufpassen und bei Zweifeln lieber doch vor dem Kauf einen Kaufüberprüfung in Betracht ziehen. Diese erfasst mehr Prüfpositionen als die §57a-„Pickerl“-Begutachtung.
Als Gebrauchtwagen gilt ein Auto übrigens offiziell dann, wenn es mehr als 6.000 Kilometer auf dem Tacho hat und die Erstinbetriebnahme vor mehr als sechs Wochen erfolgt ist. Viel Vergnügen beim Stöbern auf unseren Seiten und Alles Gute beim nächsten Autokauf!