
Dieser Beitrag entstand aus der Kooperation zwischen willhaben und Österreichs führender Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Das erfordert ein Umdenken in unserer gesamten Gesellschaft, weg von der Wegwerfkultur und endlosem Wirtschaftswachstum und hin zu einer Kultur der Wertschätzung und des Respekts vor den Ressourcen unseres Planeten durch bedürfnisorientierte anstatt profitorientierter Produktion. Um Produktionsverhältnisse ökologisch nachhaltiger und sozial gerechter zu gestalten, ist Einsatz auf allen Ebenen – politisch, gesellschaftlich und individuell – nötig. Unser Konsumverhalten kann also ein Puzzleteil sein, das sich in eine Reihe von Maßnahmen einfügt, um das gute Leben für alle zu erreichen.
Die logische Lösung gegen Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft: konsumieren, um Bedürfnisse zu befriedigen, und nicht darüber hinaus. Das neueste Smartphone mag zwar verlockend wirken, doch vor dem Kauf könnten wir uns fragen, ob das zugrundeliegende Bedürfnis nach Vernetzung nicht genauso durch das bestehende Modell gedeckt wird.
Die oberste Prämisse ist: REDUCE - also reduzieren, vermeiden von Produktion und Konsum über die Bedürfnisse hinaus
Zusätzlich können Sie in Anlehnung an die Kreislaufwirtschaft folgende Gedanken beachten:
Refuse: Befriedigt ein Produkt relevante Bedürfnisse besser als bestehende Güter?
Rethink: Kann ein bisher nicht gedecktes Bedürfnis mithilfe bestehender Produkte gedeckt werden? Brauche ich für mein neues Hobby wirklich eine neue Ausrüstung, oder reicht die Kleidung, die ich habe aus?
Reuse: Trage ich das, was ich schon besitze regelmäßig? Entdecke ich Kleidungsstücke wieder, die schon lange in meinem Schrank hängen?
Repair/Refurbish/Remanufacture: Kann ich kleine Risse nicht oft einfach selbst reparieren? Wieso lasse ich meine Lieblingshose, die nicht mehr passt, nicht einfach umnähen?
Repurpose: Kann ich meinem T-Shirt einen neue Funktion geben Zb. ein altes T-Shirt eignet sich z.B. wunderbar als Putztuch; Kann ich einem Gewand durch Upcycling ein neues Leben schenken?
Recycle/Recover: Kann ich aus dem alten Kleidungsstück noch Knöpfe oder Fäden entnehmen, um daraus eine neue Tasche zu machen?
Die 10 R der Kreislaufwirtschaft: Refuse, Rethink, Reduce, Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose, Recycle und Recover.
Grafik: Forerunner Network, 2023
Ein guter Tipp ist, auf jeden Fall immer mindestens einen Tag zu warten, um Impulskäufe zu vermeiden.
Wenn wirklich eine neue Anschaffung notwendig ist, dann second hand, über Plattformen oder in second-hand shops, oder sogar ausleihen! Indem wir gebrauchte Produkte kaufen und wiederverwenden, reduzieren wir die Nachfrage nach neuen Ressourcen und verringern gleichzeitig den Müllberg, der unsere Deponien überfüllt. Secondhand-Shopping ist eine Chance, weniger Anreize für Überproduktion zu schaffen und unsere Konsumgewohnheiten zu hinterfragen. Idealerweise entdecken wir beim Kauf von bereits verwendeten Produkten die Geschichten hinter den Gegenständen und lernen ihre Werte wieder schätzen.
Ob mit Freund:innen, Kolleg:innen, Familie, Bekannten oder Unbekannten – Kleider oder Handwerksgeräte oder auch ein Fahrzeug tauschen ist eine willkommene Alternative zum Kauf eines neuen Produkts. Was bei den Einen im Schrank/Keller/Abstellraum verstaubt, bereitet den Anderen Freude. So ersetzen Sie unkompliziert nicht mehr getragene Kleidung und sorgen für Abwechslung im Kleiderschrank. Diese Möglichkeit bietet sich gerade dann an, wenn etwas nicht mehr gefällt, nicht passt oder der Geldbeutel geschont werden soll. Sogenannte Kleidertausch-Partys bieten nicht nur eine große Auswahl, sondern auch eine nette gemeinsame Freizeitaktivität.
Gebrauchsgegenstände nutzt man selten 24/7, daher stellt das Ausleihen von Elektrogeräten, Möbeln, etc. eine günstige wie auch soziale Variante dar, statt einfach Gebrauchsgegenstände zu kaufen. Viele Produkte haben wir mittlerweile in jedem Haushalt, obwohl sie nur ganz selten benutzt werden. Warum nicht zum Beispiel Backformen, eine Bohrmaschine, oder ein Campingzelt einfach ausborgen? Es ist nicht notwendig, Neues zu kaufen, wenn der Nachbar oder die Nachbarin, der Freund oder die Freund:in die Dinge zu Hause hat.
Ihr Kind ist wieder um eine Kleidergröße gewachsen? Sie wollen kein Vermögen für einen neuen Anzug oder eine Bohrmaschine ausgeben? Second Hand Einkäufe (und Verkäufe) sind ein altbekannter und sinnvoller Ersatz für den schnellen Konsum. Kleidung, Gartengeräte, oder Fahrzeuge bekommen auf nachhaltige Weise neue Besitzer:innen und ein neues Leben.
Der Umstieg auf faire und nachhaltige Produkte ist ein notwendiger Schlüssel, um Dominanz des schnellen Konsums ohne langfristigen Mehrwert zu durchbrechen und die großen Konzerne zum Umdenken zu bewegen. Hier finden Sie Geschäfte für öko-faire Mode bzw. hier mehr Infos für bewusstes Einkaufen.
Wusstest du schon? Das Europäische Parlament hat kürzlich die Richtlinie für Reparaturpflicht angenommen. Das heißt, zukünftig wird ein Recht auf Reparatur das Reparieren einfacher und attraktiver machen
Hersteller müssen Produkte nach der gesetzlichen Gewährleistungszeit zu angemessenen Preisen und innerhalb angemessener Zeiträume reparieren
Verbraucher müssen Zugang zu Ersatzteilen, Werkzeugen und Reparaturinformationen haben
Reparaturanreize wie Gutscheine und Fördergelder für Reparaturen
Online-Plattformen unterstützen bei Suche nach Reparaturbetrieben vor Ort und Verkäufern generalüberholter Geräte
Sollte dann doch einmal etwas kaputt gehen, werden vor allem hochwertig verarbeitete Produkte eine Reparatur erleichtern. Es gibt auch gerade den Reparaturbonus, mit dem man zwar noch keine Kleidung, dafür aber bereits Elektrogeräte bis zu 50 Prozent billiger ganz unkompliziert reparieren lassen kann.
Beim Upcycling werden ungenutzte und alte Materialien wiederverwertet und gleichzeitig aufgewertet. Statt sie zu entsorgen, bekommen sie ein neues Leben. Mit Do-It-Yourself-Projekten werden so auch wertvolle Ressourcen geschont und vor dem Müll bewahrt. Für das eigentliche Upcycling braucht es nur ein wenig Kreativität, handwerkliches Geschick und Zeit. So werden aus gebrauchten Schürzen praktische Taschen, aus Tetrapaks kleine Geldbörsen und aus alten Kleidungsstücken neue Lieblingsteile.
Obwohl individuelle Konsumentscheidungen im eigenen Leben einen großen Unterschied machen können, sollten wir die gesellschaftliche und systemische Ebene nicht ausblenden. Während unser individueller Einfluss auf diesen Ebenen oft begrenzt scheint, können wir gemeinsam mit anderen viel erreichen. Darum: Organisieren wir uns, vertreten wir unsere Interessen für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Zukunft gemeinsam und packen wir das Problem an der Wurzel.
Kurzum: Der beste Konsum ist der vermiedene Konsum. Der ständige Kauf immer neuer Produkte und die ständige Werbung für den neuesten Trend treiben uns dazu, mehr zu wollen, als wir eigentlich brauchen. Dieser unersättliche Appetit auf Konsum führt nicht nur zu einem enormen ökologischen Fußabdruck, sondern auch zu sozialen Ungleichheiten und einer ständigen Jagd nach dem nächsten Kaufrausch. Daher: Noch einmal überlegen vor dem Kauf, Alternativen wie ausleihen oder second-hand suchen.













